Bautechnisches Schlüsselereignis am Mittwoch auf der Baustelle Fachhochschulzentrum Graubünden in Chur: Das erfolgreiche Einheben der stählernen Untergurte bildete den Auftakt zur Errichtung der grossen Abfangwachwerke im Westflügel. Um die ausgedehnten stützenfreien Räume im Erdgeschoss zu ermöglichen, werden hier entlang der beiden Innenlängsachsen Fachwerk-Tragsysteme angeordnet, die über je 6 Regelfelder spannen und sich über drei Geschosse erstrecken, um die verfügbare statische Höhe maximal zu nutzen. Hieraus ergeben sich die bemerkenswerten Gesamtabmessungen von ca. 35m Länge und ca. 12.5 m Höhe. Vertikalen Pfosten und Obergurt aus hochfestem Buchen-Furnierschichtholz sowie Zugdiagonalen in Stahlbauweise vervollständigen die Fachwerkkonstruktion. Die Knotenbereiche beim Obergurt werden in Ortbeton ausgeführt.
Die am Mittwoch versetzten Untergurte sind in Stahlbauweise mit Kastenquerschnitten 550×800 aus dickwandigen Blechen t=30mm gefertigt und erfüllen den erforderlichen Feuerwiderstand (R30) ohne Verkleidung. Die mittleren Segmente haben eine Länge von 27.5 m und ein Gewicht von 22t. An den Trägern sind bereits die Anschlüsse für die Elementträger (Peikko-Konsolen) und Ortbeton vorbereitet.
Die Plandarstellungen und die Fotoserie aus der Werkstatt verdeutlichen nicht nur die aussergewöhnlichen Dimensionen, sondern offenbaren auch das äusserlich nicht sichtbare «Innenleben» der Untergurte. Die Krafteinleitung der Zugdiagonalen (Æ180mm, Vollstahl) erfolgt direkt über massive Stahlquerschotte 600x600x140 (S690), die an den Knotenpunkten in das Stahlprofil der Untergurte integriert sind.
Die Spriessung des Fachwerkes erfolgt mit Stahlträgern HEB220 im Erd- sowie im 1. Untergeschoss. Für den späteren Ausbau ist für jeden Spriessträger ein Absenkkeil vorgesehen.