Ein «Kreislauf-Areal» in der Thurgauerstrasse Zürich-Seebach – so die Vision der gemeinnützigen Bauträgerinnen und der Stadt Zürich, die gemeinsam das Projekt «nordnordost» entwickeln. Rund 380 Wohnungen und 4 500 m2 Gewerbefläche werden hier entstehen. Zirkuläres Bauen, Wirtschaften und Wohnen sollen den Kreislauf-Charakter prägen.
Im Wettbewerb für die neuen Wohnbauten mit Gewerbe in den Baubereichen C2–C4 erreichte das Team um WALDRAP den 2. Rang. Das Projekt CANDIDE «ist ein gut durchdachtes, stimmiges und zurückhaltendes Projekt, das mit subtilen Mitteln eine grosse Identifikation mit dem neuen Quartier ermöglicht» und «überzeugt mit einer schönen, gelassenen Volumetrie.» Der Entwurf sieht einen Längsbau entlang der Thurgauerstrasse und drei in Richtung Quartier orientierte Gebäude vor, zwischen denen sich gemeinschaftliche Nutzungen befinden. Sie werden über Lauben erschlossen, der Dachgarten mit Gewächshäusern ermöglicht urbanes Gärtnern.
«Der vorgeschlagene Holzbau mit Hohlkastendecken und weitgehend konsistentem Lastabtrag ist ressourcenschonend» und wurde von den Tragwerksplanenden von LÜCHINGER MEYER PARTNER entwickelt. Die Konstruktion der Primärstruktur folgt dem Prinzip der Einfachheit, Anpassungsfähigkeit und Rückbaubarkeit. Ein Holzskelett mit präzisem Raster bildet ein robustes Tragwerk und ermöglicht über den Lebenszyklus hinweg vielfältige Nutzungen, Anpassungen und Rückbau. Konsequente Systemtrennung erhöht Effizienz und vereinfacht Reparaturen, ausserdem wird Rückbau und Wiederverwendung bereits mitgedacht (Design for Disassembly). Ein hoher Standardisierungsgrad senkt Bauzeit und Kosten, indem eine Vielzahl gleichartiger Elemente effizient eingesetzt wird. Alle Elemente sind sortenrein trennbar und wiederverwendbar. Die hohe Anzahl gleicher Elemente macht das Katalogisieren und darauf aufbauende Neuplanen effizient. So bindet das Tragwerk CO2, erhält den Materialwert und macht das Bauen zum Bestandteil des Kreislaufareals.
Visualisierungen: ZUEND, Zürich