«Ein absoluter Hingucker» – Eröffnung Neubau Freilichtmuseum Detmold

Rund 150’000 Besucher erfahren jährlich in den vielen historischen Gebäuden auf dem weitläufigen Freilichtmuseum Detmold, wie die Menschen früher in der Region gelebt haben. Nun ergänzt ein Neubau die vielen alten Fachwerkhäuser. Das grosszügige und lichtdurchflutete «Forum» macht künftig eine ganzjährige Nutzung des Museums möglich. Gestern wurde mit einem feierlichen Festakt das Ausstellungsgebäude eröffnet, zugleich der neue Name «LWL-Museum Hellerlecht» etabliert. Hendrik Wüst, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen schwärmte, mit dem Forum sei «bautechnisch und architektonisch ein echtes Meisterwerk und ein absoluter Hingucker» entstanden. Mit einem grossen eintrittsfreien «Hellerlecht-Festival» vom 3.-5. Juli 2026 wird die Eröffnung des neuen Gebäudes gefeiert.
Als „Modellprojekt für nachhaltiges Bauen“ konzipiert und umgesetzt, zeichnet sich der Neubau vor allem durch eine konsequent umweltschonende Bauweise aus. Beispiele hierfür sind das Holztragwerk aus leimfreien Stützen und Bindern und die Stampflehmwand im Gebäudeinneren. Die Fassadenplanenden von LÜCHINGER MEYER PARTNER durften die Projektrealisierung begleiten.

Die Holzfassade wird trotz unterschiedlicher Geometrien und Abmessungen von einer klaren, repetitiven Logik geprägt. Sie ist bis zu 9.7m hoch und hat ein Achsraster von ca. 2.5m, welches auf die innenliegende Holzstützen abgestimmt ist. Die Fassadenriegel aus Stahl dienen der horizontalen Aussteifung und Lastverteilung. Aufgrund der grossen Spannweiten wurde eine Rückverankerung der Fassade an den Tragwerksstützen entwickelt, die die quell- und schwindbedingten Verformungen der leimfreien Stützen aufnehmen kann und nach der Montage justierbar blieb. Die opaken Stützen und Aussenwände sind integraler Teil der Fassadenkonstruktion und mit Baustrohdämmung isoliert. Aussen sorgen tiefe Verschattungslamellen und Holzroste für den nötigen Sonnenschutz. Die grösste Herausforderung bestand in der Erlangung einer möglichst hohen Repetition in den Details und Konsolen trotz sehr unregelmässiger Geometrie sowie unterschiedlicher Terrain- und Dachrandverläufe. Die sehr gute interdisziplinäre Zusammenarbeit mit ACMS Architekten und den Tragwerksplanenden KEMPEN KRAUSE INGENIEURE war getragen von der gemeinsamen Vision und Begeisterung für dieses aussergewöhnliche Projekt.

Foto: LWL/ Robin Jähne